KI-Förderung für KMU 2026: Welche Programme es noch gibt
Digital Jetzt und go-digital sind weg. Was 2026 bleibt: BAFA-Beratung, Qualifizierungsgeld, KfW-Kredit, Landesboni – mit Beträgen und dem größten Stolperstein.
Die beiden bekanntesten Programme sind weg. Digital Jetzt endete am 31. Dezember 2023, go-digital ein Jahr später. Wer 2026 nach ihnen sucht, findet Beratungsseiten, die noch nicht aktualisiert wurden – und sonst nichts.
Was es stattdessen gibt, ist weniger bequem, aber real. Hier ist der Überblick, sortiert nach dem, was Sie fördern wollen.
Beratung: BAFA „Förderung unternehmerischen Know-hows”
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bezuschusst Beratungsleistungen für kleine und mittlere Unternehmen. Für Betriebe in den alten Bundesländern liegt die Quote bei 50 Prozent, in den neuen bei 80 Prozent, maximal 3.500 Euro Bemessungsgrundlage – also bis zu 1.750 beziehungsweise 2.800 Euro Zuschuss pro Beratung.
Das deckt genau das ab, womit KI-Projekte anfangen sollten: Bestandsaufnahme, Use-Case-Bewertung, Datenschutz-Check, Roadmap. Der Berater muss beim BAFA gelistet sein. Der Antrag geht vor dem Beratungsbeginn raus, sonst gibt es nichts.
Schulung: Qualifizierungsgeld und QCG
Das Qualifizierungschancengesetz fördert Weiterbildung von Beschäftigten – Kurskosten bis zu 100 Prozent, dazu ein Zuschuss zum Lohn während der Schulungszeit, gestaffelt nach Betriebsgröße. Betriebe unter 50 Beschäftigten bekommen die höchsten Sätze. Voraussetzung: Die Maßnahme dauert mehr als 120 Stunden und wird von einem zugelassenen Träger durchgeführt.
Für kürzere KI-Schulungen – die 90 Minuten bis einen Tag, die im Alltag am meisten bringen – passt das nicht. Dafür gibt es meist keine Förderung, dafür kosten sie auch nur einen dreistelligen Betrag.
Hardware und Software: KfW statt Zuschuss
Der ERP-Förderkredit Digitalisierung und Innovation der KfW ist kein Zuschuss, sondern ein Kredit mit Zins unter Marktniveau und bis zu zehn Jahren Laufzeit. Förderfähig: Hardware, Software, Lizenzen – also auch ein KI-Server im eigenen Haus. Sinnvoll ab fünfstelligen Investitionen, darunter lohnt der Aufwand nicht.
Landesprogramme: Je nach Bundesland sehr unterschiedlich
Hier liegt 2026 das meiste Geld – und die größte Uneinheitlichkeit:
- Bayern, Digitalbonus: 50 Prozent, bis 7.500 Euro (Standard) oder 30.000 Euro (Plus), für Betriebe bis 50 Mitarbeiter, läuft bis Ende 2027.
- Sachsen, E-Business: bis 30.000 Euro für Beratung und Einführung digitaler Werkzeuge.
- Berlin, Digital Jetzt Berlin: bis 17.000 Euro.
- Thüringen, Digitalbonus: bis 15.000 Euro.
- Nordrhein-Westfalen, Mittelstand Innovativ & Digital: projektbezogene Zuschüsse.
- Baden-Württemberg, Niedersachsen: die direkten Digitalboni sind ausgelaufen, es bleiben Kredite der Landesbanken.
Für Rheinland-Pfalz und Hessen gibt es aktuell kein pauschales Digitalbonus-Programm; hier laufen Förderungen über die Landesbanken (ISB, WIBank) und projektbezogen. Das ändert sich regelmäßig – vor jeder Investition den aktuellen Stand prüfen.
Kostenlos und unterschätzt: Mittelstand-Digital Zentren
Das Bundeswirtschaftsministerium betreibt rund 30 Mittelstand-Digital Zentren, die KMU kostenlos beraten, Demonstratoren zeigen und Workshops anbieten. Kein Geld, aber Zeit von Leuten, die das jeden Tag machen. Für eine erste Orientierung oft besser als ein bezahlter Workshop.
Der Stolperstein, an dem die meisten scheitern
Antrag vor Investition. Jedes genannte Programm verlangt, dass der Antrag gestellt und in der Regel bewilligt ist, bevor Sie den ersten Euro ausgeben. Wer die Hardware bestellt und dann fördern lassen will, geht leer aus. Das klingt banal und kostet jedes Jahr Betriebe fünfstellige Beträge.
Was ich empfehle
Förderung ist ein Bonus, keine Strategie. Wer ein KI-Projekt nur macht, weil es gefördert wird, macht meist das falsche Projekt. Umgekehrt: Wer weiß, was er will – ein konkreter Prozess, ein messbares Ziel – findet fast immer ein passendes Programm für die Beratung oder die Schulung.
Der Weg dahin: erst klären, was Sie brauchen (KI-Readiness-Check, vier Minuten), dann das Programm dazu suchen. Nicht umgekehrt. Wenn Sie wissen wollen, was für Ihr Vorhaben in Frage kommt: Erstgespräch vereinbaren.